2011.10.23. – Geparden zahm und wild

Nach dem Besuch des Himbadorfes gönnten wir uns in einem Internetkaffee eine ausgedehnte Ruhepause. Anschließend fuhren wir zu einer nahegelegenen Farm auf der es zwei Gruppen von Geparden gibt, zahme und freilebende.

Ca. 20 Personen fanden sich zur Gepardentour ein. Zuerst ging es zum Farmhaus, wo schon Georg, der Mitbesitzer, und seine vier zahmen Geparden auf uns warteten. Wir konnten die Tiere streicheln und sie ausgiebig fotografieren. Danach ging es hinter das Haus, wo Georg den Geparden das Fell bürstete und ihnen dann jedem ein zwei Kilo schweres Stück Fleisch zum Abendessen hinwarf.

Danach kamen die lieben Großkatzen zu den Besuchern und leckten ihnen inbrünstig die nackten Hautstellen an Händen und Füßen ab. Faul legten sie sich auch in die Wiese, ließen sich von den Touristen ausgiebig streicheln und schnurrten dabei wie unsere Hauskatzen.

Ein nettes Erlebnis diese schönen Tiere so hautnah erleben zu können.

Aber schon wartete unser nächster Programmpunkt. Georg verlud uns Touristen auf seinen Pickup und den dazugehörigen Anhänger. Wo ansonsten Rinder, Schafe und anderes Getier transportiert wurden, standen nun wir zahlende Besucher und ließen uns auf Grund der holprigen Straßen ordentlich durchbeuteln.

Es ging zu einem nicht weit entfernten Gehege in dem acht frei lebende Geparden zu sehen sein sollen. Eine Weile wurden wir so dahingerüttelt bis aus dem Dickicht schon die ersten Geparden kamen und neben unserem Auto herliefen. Schließlich waren es vier Geparden die uns eskortierten. Georg hielt nun an, stieg vorsichtig, mit einem Stock bewaffnet aus dem Auto und warf Brocken von Fleisch in die Luft. Diese wurden natürlich unter heftigem Streit gefangen und vom Sieger in die Büsche gezerrt und dort sofort gefressen.

Als jeder Gepard sein Stück Fleisch hatte, setzen wir unsere Fahrt fort und trafen bald die nächste Gruppe der Großkatzen. Wieder hielt Georg, verteilte sein Fleisch, dass sich die Tiere mit wildem Gerangel und Pfauchen untereinander aufteilten.

Nachdem uns Georg bei unseren Autos wieder ablud fuhren wir flott nach Hause, da auf unserer Gastfarm schon ein leckeres Abendessen auf uns wartete.

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2011.10.23. – Sein Fett abbekommen macht schön

Unsere erste Station heute war wieder ein Schaudorf. Und zwar jenes Himbas. Nicht weit von unserem Quartier entfernt (‚nur‘ ca. 60 Km) gelegen, hatten wir für die 10-Uhr-Führung schon über Internet gebucht. Wir erreichten das Dorf aber schon eine halbe Stunde vorher und sahen auch schon einen HDT (Hummeldummtransporter = Touristenbus J). Entgegen unserer Befürchtung nun die Führung mit einer ganzen Busbesatzung machen zu müssen, kam ein Himba-Guide und machte mit uns alleine die Führung.

Wir konnten den Himbas beim kochen, schnitzen und bei der Buttererzeugung zusehen. In einer Hütte demonstrierte uns eine Himba die tägliche Reinigungszeremonie der Himbafrauen: zuerst halten sie sich über Dampf damit sie schwitzen und die Haut dadurch rein wird. Anschließend cremen sie den Körper mit einer Paste aus Butterfett und Ocker (gibt einen eigenen Duft bei dieser Hitze) ein und sind dadurch gegen die Sonnen geschützt, sauber und faltenfrei. Und dies alles ohne Wasser, denn Wasser soll nicht mit Waschen vergeudet werden. Allerdings dauert diese Säuberungsaktion jeden Tag ca. vier Stunden. Dafür hat dann der Himba-Mann eine rötlich eingefärbte, faltenfreie Frau. Aber vielleicht ist anderen Männern eine Frau mit Falten lieber, die dafür aber nicht nach ranzigem Fett riecht.

Himbas erkannt man ganz leicht an den vier fehlenden unteren Vorderzähnen. Diese werden dem Besitzer im Alter von 14 Jahren am Dorfplatzlagerfeuer unter Anteilnahme der ganzen Dorfbevölkerung entfernt. Und zwar mit ganz einfachen Mitteln. Ein Stock wird nacheinander an jeden der vier unteren Vorderzähne angesetzt, dann jeweils ein kräftiger Schlag mit einem Stein auf diesen Stock und schon haben sich die Zähne von ihrem angestammten Platz entfernt.

Diese nun entstandene Zahnlücke dient erstens der besseren Aussprache gewisser Laute der Himbasprache und gilt zweitens als Schönheitssymbol.

Jedenfalls waren es ein paar lehrreiche und interessante Stunden die wir in dem Himbadorf verbringen konnten.

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2011.10.22. – fast verschätzt

Nach gutem Frühstück und herzlicher Verabschiedung von der Omburu-Ost-Ranch machten wir uns auf den weiten Weg über ca. 350 Km nur Farm Klein-Lichtenstein.

Anfangs ging auf Grund der guten Pistenverhältnisse die Fahrt auch zügig voran. Wir legten daher einen Stopp bei den ‚Versteinerten Bäumen‘ ein und ließen uns bei einer Führung erklären, dass hier von Millionen von Jahren Bäume angeschwemmt wurden dann im Fels eingeschlossen wurden und schließlich haben Mineralien den Platz des Holzen ein- und seine Struktur angenommen.

Ein Stück vorher besuchten wir noch einen kleinen Canyon dessen komische Form der Steine an Orgelpfeifen erinnert.

Weiter ging es und plötzlich wurden die Straßen im schlechter. An die 150 Km fuhren wir so mit 30-40 KmH dahin wurden dabei kräftig durchgebeutelt. Jetzt kamen wir etwas in Zeitnot, denn wir wollten unbedingt noch vor Einbruch der Finsternis in unserem neuen Quartier sein.

Nun kam uns noch ein 1.500 m hoher Pass dazwischen, der ebenfalls kein höheres Tempo zuließ.

Endlich am Pass angelangt ging es aber dann auf immer besser werdenden Pisten dem Ziel entgegen.

Knapp vor 19:00 hatten wir endlich Klein-Lichtenstein erreicht. Manfred, der Besitzer, erwartete uns schon besorgt am Ranchtor. Müde und abgekämpft fielen wir nach einem guten Abendessen ins Bett.

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2011.19.21 – Elefantenpfad

Für heute haben wir einen Ruhetag eingeplant. Ein gutes Frühstück, ein wenig relaxen und dann eine zweistündige Farmfahrt mit dem Hausherrn Hendrik die über dreieinhalb Stunden dauerte.

Dabei trafen wir leider auf keine wilden Tiere außer ein paar Affen, jedoch sahen wir wieder einige Felszeichnungen deren Alter auf um die sechstausend Jahre geschätzt wird.

Weiters sahen wir jede Menge relativ frischen Elefantenkot, der von einer ca. 30 köpfigen Herde stammte, die momentan auf den Farmen herum zieht und Zäune umreißt und die Trinkstellen der Rinder ramponiert. Plötzlich bremst Hendrik scharf ab, legt den Retourgang ein und setzt in rasender Fahrt zurück. Er hatte im Gebüsch rechts ein paar Elefanten gesehen, die offensichtlich unseren Weg kreuzen wollten. In einer solchen Situation ist es besser den grauen Riesen den Vortritt zu lassen und ihnen den Weg nicht zu versperren.

Den Nachmittag verbrachten wir am Mini-Pool. Eine Jugendfreundin von Steffie samt deren Freund waren gerade angekommen und da gab es viel zu erzählen.

Abends grillte Hendrik Würstchen, Hendl und Oryx und wir hatten wieder ein leckeres Abendessen. Dass danach wieder endlos gequatscht wurde versteht sich von selbst.

Auf jeden Fall tut es uns sehr leid dass wir morgen wieder weiter fahren müssen. Die Omburu-Ost Farm hier ist ein besonders schöner Teil Namibias und erhält durch die Besitzer noch eine sehr persönliche Note, was uns den Aufenthalt hier so angenehm gemacht hat.

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2011.10.20. – Fingerzeig

Heute hatten wir wieder einen langen Fahrtag. Von der Ameib-Ranch zur Omburu-Ost-Ranch über 340 Km. Glücklicherweise waren diese Pisten wirklich fantastisch ausgebaut, sodass wir rasch und ohne Komplikationen voran kamen.

War es die zwei Tage auf der Ameib recht kühl so änderte sich das Wetter und es wurde heiß. Da die Klimaanlage tadellos funktionierte störte uns das wenig. Ein kurzer Tankstopp war die einzige Pause die wir uns gönnten.

Einige Kilometer vor unserem Tagesziel besuchten wir die ‚Fingerklippe‘. Ein einzelner Felsen der wie ein Finger in den Himmel ragt. Vom Parkplatz konnten wir den Felsen in fünf schweißtreibenden Minuten erreichen. Eine herrliche Aussicht bot sich uns von dort oben. Es sah teilweise wie im amerikanischen Monument Valley aus.

Kurze Zeit später erreichten wir die Omburu-Ost-Ranch. Steffie, die Hausfrau, erwartete uns schon vor dem Haus, zeigt uns das Zimmer und servierte auf der Terrasse Kaffee und Kuchen. Unser Zimmer besteht aus einem riesen Zimmer mit Ehebett, Schrank und Sekretär, einem zweiten Zimmer mit zwei Einzelbetten und einem großen Bad/WC mit geräumiger Duschecke.

Nach dem Kaffee saßen wir am Beckenrand des kleinen Pools und ließen Füße und die Seele baumeln. Am Abend gab es ein vorzügliches Essen und mit Hendrik, dem Hausherrn, Steffie und deren Eltern, sowie Erfahrungsaustausch über pferdenärrische Töchter die ins Ausland heiraten.

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2011.10.19. – SAN-Day

Wir wissen, dass heute Mittwoch ist, aber der Titel bezieht sich auch nicht auf den Wochentag in irgendeiner Sprache, sondern wir verbrachten ein paar Stunden bei den SAN. Die SAN (normaler weise bezeichnet man sie als ‚Buschmänner‘) Leben üblicherweise in der Kalahari und behalten auch heute noch weitgehend ihre ursprüngliche Lebensform hat.

In der Nähe unserer Farm betreiben sie in Zusammenarbeit mit einer anderen Farm ein Schaudorf.

Eine Großfamilie der SAN – im Moment 10 Erwachsene und 9 Kleinkinder –wohnt abwechselnd in diesem Dorf um Touristen ihr Dasein näherzubringen.

Wie kritisch man auch immer solchen zur Schau Stellungen von Menschen gegenüber steht, dieses Projekt sichert vielen SAN die Grundausstattung für Bildung und medizinischer Versorgung.

Für die ca. 100 Km bis zum SAN-Dorf (ja ‚in der Nähe‘ hat in Namibia eine etwas andere Dimension) fuhren wir auf sehr gut ausgebauten Pisten knapp 1 ½ Stunden. Am Parkplatz empfing uns Johannes und stellte sich als unser heutiger Tourguide vor. Dann holte der den ‚Boss‘ (dass ist der beste Jäger im Dorf) und mit ihm und einem 12-jährigen Jungen (ab diesem Alter dürfen sie mit zum Jagen gehen) begannen wir den ‚Bushwalk‘. Über eine Stunde führten sie uns rund um ihr Dorf und zeigten uns verschiede Tierspuren und deren Ausscheidungen, Wasserlöcher, Wohnhöhlen, Pflanzen und natürlich wie man Feuer macht und Fallen stellt.

Auch einige Felszeichnungen bekamen wir zu Sehen. Diese waren die Kommunikationszentralen der damaligen Zeit. Tierspuren aufgezeichnet, signalisierten dem nächsten Jäger welche Tiere es hier zu erjagen gab. Menschen mit Körben auf dem Kopf aufgezeichnet, zeigten den Nachfolgenden, dass der aktuelle Stamm das Gebiet nun verlassen hat und sein Jagdgebiet für den nächsten Stamm freigibt.

Zurück im Dorf hatten sich mittlerweile alle Bewohner auf dem ‚Dorfplatz‘ eingefunden. Sie zeigten uns wie sie Schmuck und Seile herstellt.

Dann kam der ‚Showact‘. Ein paar Lieder wurden angestimmt und dazu getanzt. Anschließend meinten sie, sie hätten nicht gut getanzt, da sie diese Tänze sonst nur in der Nacht und in ihrer gewohnten Umgebung wirklich gut ausführen können.

Wir verabschiedeten uns und fuhren zurück auf unsere Farm wo wir die Zeit bis zum Abendessen damit verbrachten uns ausgiebig auszuruhen.

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2011.10.19. – ½ Resümee

Nachdem wir nun schon ca. die Hälfte unseres Urlaubes hinter uns haben, ist vielleicht ein kleiner Rückblick angebracht.

Essen: Ob im Restaurant, im Supermarkt oder in den Quartieren, die Speisen sind immer sehr schmackhaft und werden immer liebevoll angerichtet. Allerdings dürften gewisse Gewürze unseren Mägen sind gut bekommen. Besonders nach Wildgerichten zeigt sich unser Verdauungstrakt etwas beleidigt, sodass die Zeit der Nahrungsaufnahme meisten jener der Behaltedauer entspricht.

Straßen/Pisten: Meistens sind wir auf Pisten unterwegs die meistens ein Tempo um die 70 KmH erlauben. Auf Straßen kann man schon zwischen 100 bis 120 KmH fahren.

Verkehrsdichte: Ja die gibt es, allerdings nur in der Nähe von größeren Städten. Ansonst ist ein Auto je Stunde das man trifft ein guter Durchschnitt.

Menschen: Bisher sehr freundlich und hilfsbereit. Mit Schwarzafrikanern kommt man kaum in Kontakt (außer an Tankstellen und als Servierpersonal). Die Apartheit ist hier, wie auch in Südafrika, noch immer gegenwärtig. Schönes Haus -> weiße Bewohner; Lehm-, Blech-, Kartonhütten, abgewohnte Häuser, schlechte Wohngegenden -> schwarze Bewohner; schöne Autos -> weiße Besitzer; fahrende Wracks -> schwarze Besitzer; Chef -> Weißer; Angestellter -> Schwarzer;

Landschaft: einzigartig! Ob Wüste, Meer, Düne, Steppe, Berge (bis 2.800m!) alles hat eine unendliche Weite die eine ebensolche Ruhe und Gelassenheit versprüht.

Klima: am Meer sehr frisch bis kalt (am Morgen 6 sonst um die 20 Grad), im Landesinneren bedeutend wärmer (20/35). In Swakopmund ist dazu noch fast den ganzen Tag Nebel nur in den Nachmittagsstunden kommt die Sonne durch.

Quartiere: Egal wo, jede Unterkunft war sehr sauber, mit einem großen Zimmer und ebensolchen Bad.

Generell: Namibia ist wirklich ein tolles Reiseland wenn man viel Natur und die Einsamkeit liebt. Negativ ist, das es, aber das ist eben historisch bedingt, besonders in den Städten ein wenig zu Deutsch ist. Viele Straßen-, Geschäfts- und Ortsnamen sind auf Deutsch. Etwas mehr afrikanischer Touch und es wäre für uns perfekt.

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