2011.10.31. – der letzte Tag

Kurz vor 7:00 wurden wir von unserem natürlichen Wecker – drei kleine aber dafür umso lautere Vögel – geweckt. Unser Blick ging vom Bett aus über die Terrasse auf die nahegelegenen, bereits im

hellen Sonnenlicht liegenden Bäume und Sträucher.

Wehmütig, traurig und nicht sehr motiviert krochen wir aus den Betten. Nach der Morgentoilette ging es für ein paar Minuten auf die Terrasse um die jetzt noch frische Morgenbrise vor der aufkommenden Gluthitze zu genießen.

Da sich nun auch unsere Magennerven wach und leicht knurrend meldeten, gingen wir ins Haupthaus um wieder ein ausgezeichnetes Frühstück (u.a. mit geräuchertem Kuduschinken und Zebrasalami) zu uns zu nehmen.

Am Nebentisch saß ein Paar das gestern erst in Windhuk angekommen und von uns ‚alten‘ Hasen einige Tipps haben wolle. Das war ein grober Fehler ihrerseits. Wir schütteten sie natürlich bereitwillig mit unseren Geschichten zu und nach ungefähr einer Stunde saßen sie ziemlich zerredet am Tisch bevor sie ungewöhnlich rasch aufstanden, ihre Sachen packten, alles ins Auto verluden und ihre Rundreise begannen. Ob wirklich unser Redefluss an dem schellen Aufbruch schuld war? Wir glauben eher, dass es die Freude auf das Kommende war – zumindest reden wir uns dies so ein.

Nun wurden die restlichen Sachen gepackt, gezahlt und über den letzten Kilometer Piste (den wir sehr vorsichtig und langsam fuhren) ging es auf die Teerstraße in das nur 20 Km entfernt gelegene Windhuk.

Ein bewachter Parkplatz war bald gefunden (aber man gibt dem Wachmann doch noch ein kleines Trinkgeld, um einem eventuellen ‚Reifenschaden‘ vorzubeugen) und flanierten die Hauptstraße (Independent-Avenue) entlang und erstanden in einem Shop drei Hemden für Franz. Edith ging leider leer aus, was ja sonst nicht vorkommt. Nach dem Besuch eines Internet-Kaffee’s, um den Blog zu aktualisieren, ging es die ca. 40 Km zum Flughafen.

Gespannt fuhren wir zu Budget um unser Auto zurückzugeben. Natürlich waren sie über die vielen Reifen auf der Ladefläche verwundert und so mussten wir zuerst dem Auto-Check-Assistenten und dann dem Auto-Check-Chef unsere Reifengeschichte erzählen. Beide sagten ’no Problem‘ und wir sollten zum Budgetschalter in der Abflughalle gehen. Dort angekommen erzählten wir die Geschichte ein drittes Mal und füllten eine Schadensformular aus – also die Geschichte nun ein viertes Mal aber diesmal schriftlich. Auch der Schalter-Assistent und der Schalter-Chef, der aus der zweiten Reihe

alles mitgehört hatte, sagten ’no Problem‘ und dass wir das Geld in ca. zwei Wochen auf unserem Konto haben würden. Wir haben damit auch ’no Problem‘ – wenn es dabei bleibt.

Unser nächster Weg führte uns zum ‚Tax-Refund‘. Wir hatten ja am Ankunftstag und auch heute ein paar Hemden und Shirts gekauft und wollten natürlich die Mehrwertsteuer zurück haben. In einer Koje saß eine Herero-Frau, leicht an ihrer Tracht zu erkennen, die wegen ihrer Masse, locker über 100 Kg, schwer vor sich hin atmete. Sie gab uns ein Formular zum ausfüllen. Nach unseren Eintragungen wollte sie die gekaufte Ware auch sehen. Edith hatte natürlich schon die entsprechenden Anweisungen vorher gelesen und die gekauften Sachen in ein Extrasackerl bzw. Extratüte ganz oben in den Koffer gepackt. Ein kurzer Blick der kurzatmigen Dame und schon setzte sie Unterschrift und Stempel auf das Formular. Das Geld selbst bekamen wir aber immer noch nicht.

Das bekommt man erst nach einchecken, Pass- und Sicherheitskontrolle. Alle diese Stationen absolvierten wir erstaunlich unproblematisch und schnell. Gegenüber unserem Gate befand sich der ‚Tax-Refund-Auszahlungsschalter‘. Zwei Damen an zwei Terminals arbeiteten hinter einer Glasscheibe an diesem Schalter. Wir gaben Formular und Rechnungen der linken Dame. Die tippte etwas ins das Terminal, zeichnete das Formular ab und gab es der rechten Dame. Diese kontrollierte nochmals Formular und Belege, unterzeichnete ebenfalls das Formular und gab es der linken Dame zurück. Nach diesem Damen-Beleg-Ping-Pong hatten wir 203 Nam.Dollar (ca. 20 Eu) zu bekommen. Die linke Dame schob uns zwei Hundertdollarscheine durch den Schlitz der Glastrennwand und auf unsere fragenden Blick nach den restlichen 3 Dollar, antwortete sie, bevor wir noch unsere Fragen artikulieren konnten, mit einem: ‚It’s ok so, bye, bye‘. So ließen wir die Frage nach den 3 Dollar Frage sein und trollten uns mit den 200 Dollar weg vom Schalter hin zum Duty-Free um das Geld dann gleich via ein paar Geschenken der namibischen Wirtschaft zu Gute kommen zu lassen.

Kurz darauf wurde es ganz ernst. Unser Flug von Windhuk nach Johannesburg wurde aufgerufen.

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