2011.10.17 – Dekadenz in den Dünen

Für heute haben die Sandwich-Harbour-Tour (SHT) gebucht. Dies ist eine ganztägige Tour (09-17Uhr) die von/bis Walvis-Bay (ca. 30 Km südlich von unserem momentanen Standort Swakopmund) per Boot und Jeep geführt wird.

Kurz vor 09:00 waren wir schon in Walvis-Bay und konnten bald mit ca. 15 anderen Touristen unseren Katamaran ‚Silberwind‘ betreten. Wenig später legten wir los und hatten gleich einen blinden Passagier an Bord der gierig nach Aufmerksamkeit und Fisch am Boot herumtorkelte: einen Seelöwen (das sind die mit Ohren, die ohne Ohren sind die Seehunde). Einige von den tausenden Seelöwen sind so zahm, dass sie von Boot zu Boot schwimmen, dort hinaufhüpfen, sich füttern und streicheln lassen um dann wieder im Atlantik zu verschwinden.

Kaum verschwunden stellten sich neue Gäste ein, die zwar ebenso gierig auf Fisch waren, sich aber bei weitem eleganter fortbewegten: Pelikane. Manche setzten sind auf die Reling und ließen sich füttern, andere schnappten sich im vorbei fliegen die hochgeworfenen Fische.

Dann sahen wir plötzlich unweit des Bootes ein paar Flossen und schon sprangen deren Besitzer übermütig aus dem Wasser – Delphine. Eben noch zu sehen, verschwanden sie plötzlich auf nimmer wiedersehen. Dafür tauchten an anderer Stelle wieder welche auf und begleitet uns ein Stück. Einer kam bis zu unserem Boot und schwamm gute fünf Minuten einmal bei rechten, dann wieder beim linken Ausleger des Katamaran.

Als nächstes kamen wir zu einer Seelöwenkolonie mit einigen hundert Tieren. Nur Weibchen und Jungtiere. Besonders die Jungen tollten im Wasser herum, tauchten, sprangen und machten Saltos. Und mitten am Strand in dieser Kolonie saß ein Schakal und wartete ob er nicht ein krankes Tier erbeuten könne.

Nach knappen drei Stunden war auch diese Fahrt (von Walvis-Bay bis Pelican Point) vorbei und wir wurden an einem einsamen Strand abgesetzt, wo schon unser 4×4-Guide Nico auf uns (wir und ein Paar aus Frankreich – Frau aus Spanien, Mann aus Deutschland) wartete.

Nun begann unsere Jeep-Exkursion durch das Gebiet von Sandwich-Harbour. Wir fuhren lange Zeit dem Strand entlang, mal im Meer, mal durch weichen oder festeren Sand. Dabei sahen wir auch einige junge Seelöwen die allein am Stand herum lagen und bei unserer Annäherung so schnell es ging in den nahen Wellen verschwanden. Dann sahen wir einen Schakal der am Strand einen verendeten Seelöwen verzehrte.

Nun machten wir einen Schwenk in die Dünen und da ging es kräftig bergauf und bergab. Unser Fahrer kannte kein Erbarmen mit Auto und Touristen. Über Stock und Stein wurden beide sicher aber nicht gerade sanft gejagt. Zeitweise war die Abfahrt so steil, das der Jeep von alleine hinunter rutschte ohne jede Möglichkeit zu bremsen.

Diese Anstrengung vergaßen wir aber schnell, als Nico und sein Helfer das Wüstenbuffet aufbauten. Mitten zwischen den Dünen, in einer fast grünen Ecke wurde eine Tafel mit Tisch, Sesseln und Waschgelegenheit aufgebaut. Und zum Essen wurde folgendes gereicht: Brot, Butter, gebackener Fisch und Tintenfischringe, Gemüsefrühlingsrollen, Gemüsespießchen, Nudelsalat mit Feta, Oliven und Tomaten und als besonderes Highlight (wenn wer sie überhaupt mag) frische, namibische Austern.

So gestärkt ging die Fahrt über Dünen, am schmalen Streifen zwischen Dünen und Atlantik, einer Lagune, einer Flamingokolonie und an riesigen Becken zur Salzgewinnung wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt nach Walvis-Bay. Eine Tour die wir nur jedem weiterempfehlen können.

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